1.07.2010

Wusel-Stunden

Ich will sie rasch festhalten, die Gefühle am Ende eines Wuselschulmorgens und eines Schuljahres. Denn es sind gute Gefühle.

Den Tagesanfang machten drei Mädchen, die ihre Freien Texte vortrugen. Bei allen habe ich den Schreibprozess mitverfolgt, und diese Prozesse sowie die Ergebnisse erfüllen mich mit grosser Freude, weil sie unterschiedlicher nicht sein könnten und die Einzigartigkeit und Vielfalt zum Ausdruck bringen. Eine Schülerin und ein Schüler äusserten ihr Bedauern, dass sie die Fortsetzung einer Geschichte nun nicht mehr erfahren würden, weil sie in eine neue Klasse kommen. Aber wir werden unsere Geschichten ja nun regelmässig auf dem Klassenblog veröffentlichen, so dass Interessierte immer noch teilhaben können an den Schreibprodukten. Einmal mehr bin ich auch beeindruckt von den wertschätzenden Rückmeldungen der Kinder an ihre KlassenkameradInnen.

Dann haben wir heute aufgeräumt, d. h. die Hefte und Zeichnungen verteilt und in den mitgebrachten Taschen verstaut. Und obwohl es der letzte Schulmorgen war, nutzten ihn die SchülerInnen ganz intensiv zum Arbeiten: Für die Schnecken hatten einige Kinder Gefässe für den Rücktransport an ihren Fundort im Freien mitgebracht, zwei Terrarien gehen samt und sonders in die Ferien, weil die Weinbergschnecken und auch die Schnirkelschnecken Eier gelegt haben und man die schliesslich  nicht einfach aussetzen kann. Dann wurden die angefangenen Schneckengeschichten fürs Leporello fertig geschrieben, die Podcasts im WebQuest angehört und Rückmeldungen geschrieben, und wer gar nichts mehr angefangen hatte, verlustierte sich an einer ungelösten Seite im Math-Übungsheft.

Kurzum: Als uns eine Fotografin besuchte, um Eindrücke aus dem Schulalltag aufzuschnappen und damit das Leitbild zu illustrieren, fand sie einen Wuselbetrieb vor. Wir liessen uns darin aber nicht beirren, die Dame hat sich ganz wunderbar in den Unterricht eingefädelt und meinte am Ende, sie habe viele spannende Momente festhalten können. Darüber freue ich mich, aber am meisten darüber, dass ich den Besuch in unserem offenen Betrieb überhaupt nicht als störend empfand.

Und dann ist ja noch die Karte, mit der mir ein Elternpaar für den «unermüdlichen Einsatz» dankt. Ich glaube, sie ist es, die mir für den heutigen Tag Flügel verleiht…

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